Reiler Mullay-Hofberg
Natürlich lieben wir jede einzelne unserer Reben – aber dies ist unser erklärter Lieblings-Weinberg! Nicht nur, weil auf seinen steilen, felsigen Rebflächen unsere feinsten Weine wachsen. Auch aus »kulturhistorischen« Gründen fühlen wir uns für den Erhalt dieses großartigen, wild anmutenden Weinbau-Monuments besonders verantwortlich, in dem viele andere Erzeuger schon längst das Handtuch – oder besser gesagt: die Hacke – geworfen haben.
Die Lage ersteckt sich auf knapp 1 km fast direkt über dem Fluss. In Fließrichtung der Mosel gesehen beginnt sie ausgangs eines kleinen Seitentals mit einem noch relativ geschlossen wirkenden, nichtdestoweniger aber schon sehr steilen Bereich. Nach Norden bzw. Nordnordosten zu präsentiert sie sich immer zerklüfteter; mächtige Felsformationen durchbrechen die Rebflächen und sorgen für viele kleine, mit individuellen Kleinklimata versehene Bereiche. Die Weinstöcke stehen hier zunehmend auf aufwändig zu erhaltenden Terassen und Terrässchen in teilweise halsbrecherisch steilen Flurstücken.
Der Hofberg ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie viele verschiedenartige Weine auf einem verhältnismäßig kurzen Hangabschnitt wachsen können. Deshalb bauen wir die Trauben verschiedener Parzellen konsequent getrennt aus. Quasi als Hofberg-Grundton ist zwar allen die wundervolle Synthese von feiner, filigraner Frucht und belebender Säurestruktur gemein, aber es fasziniert doch jedes Jahr aufs Neue, die unterschiedlichen Herkünfte des Lesegutes zu ergründen und heraus zu arbeiten.
Dass der Weinbau hier teilweise fast alpinistischen Einsatz erfordert, nehmen wir dabei gerne in Kauf. Und im Herbst unter strahlend blauem Himmel inmitten des leuchtenden Weinlaubs und der reifen Trauben am Fuße der gewaltigen Schieferfelsen zu stehen, ist immer wieder zutiefst beeindruckend und befriedigend.
Zumal wir mit dem Weinbau an diesen Hängen eine uralte Tradition fortsetzen, die sich auch im Namen der Lage widerspiegelt: Schon 1143 wird hier in einer Schenkungsurkunde ein Hofgut »Molun« der nahegelegenen Eifeler Abtei Springiersbach erwähnt, das später dann »Molay« oder »Mulay« genannt wurde. Die Rebfläche dieses Gutes wurde über die Jahrhunderte hinweg stetig erweitert und betrug 1807, als es – nach der Säkularisierung Springiersbachs durch die Franzosen einige Jahre zuvor – versteigert wurde, 2,43 ha.
Ein Klick auf das Bild der historischen Karte rechts öffnet eine vergrößerte Ansicht derselben. Und einen ausführlichen Aufsatz von Erwin Schaaf über die lange Geschichte des Hofgutes Mullay können Sie sich nachstehend als PDF-Datei herunterladen. Wir möchten an dieser Stelle dem Autor herzlich danken, dass er uns den Artikel zur Verfügung stellt.
Wenn Sie sehen möchten, wo unsere Weine im Einzelnen herkommen oder wo wir in Zusammenarbeit mit bzw. im Auftrag von Weinliebhabern Rebflächen bewirtschaften: Klicken Sie auf das Bild und rufen Sie eine detailierte Panorama-Ansicht des Hofbergs auf.


